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islaMedia - Medienberichterstattung über Islam und Muslime in Europa

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September 2021


DIE PRESSE: Auch bei Islamismusverdacht muss der Rechtsstaat gelten

Soll man gegen radikale religiöse Strömungen auftreten? Ja, unbedingt. Doch mit schwammigen und pauschalen Vorwürfen wird man dabei scheitern. Die Operation Luxor, ein Lieblingsprojekt von Innenminister Karl Nehammer, entwickelt sich für ihn gerade zum politischen Bumerang. Das Oberlandesgericht Graz hat Beschwerden von neun Beschuldigten zu den Hausdurchsuchungen stattgegeben. Sie waren rechtswidrig.

https://www.diepresse.com/6016673/auch-bei-islamismusverdacht-muss-der-rechtsstaat-gelten?from=rss


DER STANDARD: Kampf gegen den politischen Islam? Eine Blamage

Gericht erklärt Teile der von Nehammer getrommelten Großrazzia gegen die Muslimbrüder für rechtswidrig. Innenminister Karl Nehammer hatte in seiner PK im November 2020 gesagt, die Muslimbruderschaft sei "einer der prominentesten Akteure des politischen Islams". Das Grazer Oberlandesgericht (OLG) hat einen nennenswerten Teil der großangelegten Razzia wegen Verdachts der "Bildung einer Terrororganisation" und "Terrorfinanzierung" durch sogenannte "Muslimbrüder" vom vergangenen November für rechtswidrig erklärt. Mit dieser Welle von Hausdurchsuchungen (Codename "Luxor") bei insgesamt 70 Personen, vorgenommen durch 930 (!) Exekutivbeamte, sollte ein großer Schlag gegen die "Muslimbrüder" und die "Hamas" gelingen.

https://www.derstandard.at/story/2000128661867/kampf-gegen-den-politischen-islam-eine-blamage


DER STANDARD: Ex-IGGÖ-Frauensprecherin Akay-Türker: "Wartet nicht auf die Gnade der Männer!"

Fatma Akay-Türker möchte nach ihrem Rücktritt mit ihrer eigenen Emanzipationsgeschichte muslimischen Frauen Wege in ein selbstbestimmtes Leben zeigen. Die Historikerin Fatma Akay-Türker hat nicht nur die IGGÖ hinter sich gelassen. Sie sagt, nicht nur die Frauen, auch muslimische Jugendliche wollen andere Antworten als die traditionelle, patriarchale Lesart des Korans. Es war ein aufsehenerregender Schritt, den Fatma Akay-Türker am 6. Juni 2020 setzte: Sie trat als Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zurück. Damit verlor der Oberste Rat, dem 15 Männer angehörten, die einzige Frau. Akay-Türker begründete ihren Rückzug damit, dass die IGGÖ nur "Stillstand bewahren" wolle und die "Abwertung der Frauen institutionalisiert" habe.

https://www.derstandard.at/story/2000128776609/ex-iggoe-frauensprecherin-akay-tuerker-wartet-nicht-auf-die-gnade


DER STANDARD: Erste Anklage gegen Jihadist im Fall der Terrornacht in Wien

Der 25-jährige Tschetschene soll an konspirativen Treffen radikaler Islamisten in St. Pölten teilgenommen und Terrorpropaganda verbreitet haben. Die Ermittlungen nach dem tödlichen Terroranschlag in der Wiener Innenstadt von Anfang November 2020 haben zur ersten Anklage gegen einen Beschuldigten geführt. Die Staatsanwaltschaft Wien will gegen den 25-jährigen Tschetschenen Ali K. prozessieren, der sich seit der Tatnacht in Untersuchungshaft befindet. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, es gilt die Unschuldsvermutung.

https://www.derstandard.at/story/2000129030909/erste-anklage-gegen-jihadisten-wegen-terrornacht-in-wien


DER STANDARD: Wie könnte ein "Scharia-Verbot" in Österreich aussehen?

Eine vielbeachtete Forderung vom ÖVP-Parteitag war das sogenannte "Scharia-Verbot". Aber was heißt das? Und findet die Scharia in Österreich überhaupt Einzug? DER STANDARD hat nachgefragt. Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat am türkisen Bundesparteitag am Samstag dem "politischen Islam" einmal mehr "den Kampf" angesagt. Die ÖVP will ein "Scharia-Verbot schaffen". So steht es im türkisen Leitantrag vom Bundesparteitag am Samstag. Das Ansinnen ist nicht ganz neu, dennoch stellen sich mehrere Fragen: Wo findet die Scharia denn aktuell überhaupt Einzug in Österreich? Ist das tatsächlich ein Problem? Und sollte das so sein, was könnte man dagegen tun? Oder viel mehr: Was will die Volkspartei konkret machen?

https://www.derstandard.at/story/2000129287799/wie-koennte-ein-scharia-verbot-in-oesterreich-aussehen

DER STANDARD: "Nur vor Allah werfe ich mich nieder": Neues Buch von Fatma Akay-Türker

Die Historikerin und Theologin Fatma Akay-Türker hat ein Buch über Männerdominanz und Patriarchat im Zusammenhang mit Islam und Koran geschrieben. Etwas länger als ein Jahr war Fatma Akay-Türker die einzige Frau im Obersten Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGÖ). Dann reichte es ihr, als Quotenfrau missbraucht zu werden und praktisch keinen Einfluss in der IGGÖ zu haben. Im Juni 2020 trat sie aus Protest in ihrer Funktion als Frauensprecherin zurück (der STANDARD berichtete am 9. Juni 2020).

https://www.derstandard.at/story/2000129381172/nur-vor-allah-werfe-ich-mich-nieder-neues-buch-von

WELT.DE: Streit um Islam-Unterricht: Land will Rechtsmittel einlegen

Im Streit um den islamischen Religionsunterricht in Hessen wird sich das Land voraussichtlich gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden wehren. «Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir Rechtsmittel einlegen», sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag in Wiesbaden auf Anfrage. Der türkische Moscheeverbands Ditib hatte in der Auseinandersetzung zuletzt einen Erfolg erzielt.

https://www.welt.de/regionales/hessen/article232918319/Streit-um-Islam-Unterricht-Land-will-Rechtsmittel-einlegen.html?icid=search.product.onsitesearch

WELT.DE: AfD-Abgeordnete wollen Islamunterricht verhindern

Mehrere AfD-Landtagsabgeordnete haben nach Angaben der Landtagsfraktion gemeinsam mit weiteren Bürgern beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eine Popularklage gegen den geplanten Islamunterricht an Bayerns Schulen eingereicht. Mit dem Eilantrag soll verhindert werden, dass vom neuen Schuljahr an im Zuge des Ethikunterrichtes auch Islamunterricht in Bayern möglich wird.

https://www.welt.de/regionales/bayern/article232979787/AfD-Abgeordnete-wollen-Islamunterricht-verhindern.html?icid=search.product.onsitesearch


WELT.DE: Urteil gegen Kölner Rizin-Bombenbauerin rechtskräftig

Das Urteil gegen die Kölner Rizin-Bombenbauerin ist rechtskräftig. Die 45-jährige Islamistin war vor gut einem Jahr für einen geplanten Terroranschlag mit dem hochgiftigen Rizin zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

https://www.welt.de/regionales/nrw/article233116923/Urteil-gegen-Koelner-Rizin-Bombenbauerin-rechtskraeftig.html?icid=search.product.onsitesearch


WELT.DE: Islamunterricht in Bayern rechtens

Das Landesverfassungsgericht weist einen Eilantrag der AfD-Fraktion im Landtag gegen Islamunterricht an bayerischen Schulen ab. Schüler können in Bayern ab dem neuen Schuljahr zwischen Religionsunterricht, Ethikunterricht und Islamunterricht entscheiden. Der Islamunterricht kann in Bayern wie geplant zum neuen Schuljahr als Wahlpflichtfach eingeführt werden. Der bayerische Verfassungsgerichtshof in München hält das Fach „Islamischer Unterricht" nach einem am Freitag verkündeten Beschluss für verfassungsrechtlich zulässig. Die Richter wiesen damit einen Eilantrag der AfD-Fraktion im bayerischen Landtag gegen die vom Parlament beschlossene Gesetzesänderung ab.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article233396933/Landesverfassungsgericht-Islamunterricht-in-Bayern-rechtens.html?icid=search.product.onsitesearch


ZEIT ONLINE: "Es tut mir weh, das zu sehen"

Mehr als 250.000 Menschen mit afghanischen Wurzeln leben in Deutschland. Wie blicken sie in diesen Tagen auf ihr Heimatland? Donnerstagabend vergangener Woche. In Kabul haben die Taliban die Macht übernommen, Tausende Afghaninnen und Afghanen sind zum Flughafen geflohen. Gut 6000 Kilometer entfernt, in einem kleinen afghanischen Restaurant im Zentrum Hamburgs, sitzen vier ihrer Landsleute an einem großen Tisch. Die ZEIT hat sie zusammengebracht, um über ihr Land zu sprechen. Den Fahrradhändler Tamim Azimi, 41, der Anfang der 1990er-Jahre aus Kabul nach Hamburg floh. Shukrullah Joya, 23, der sich 2014 ohne seine Eltern auf den Weg nach Deutschland machte und in Berlin Sozialwissenschaften studiert. Die Medizintechnikerin Shabnam Ruhin, 30, die als Kind afghanischer Flüchtlinge in Hamburg aufwuchs und später in Afghanistans Fußballnationalmannschaft der Frauen spielte. Und den Künstler Ahmadjan Amini, 67, der seit 1980 in Hamburg lebt und mittlerweile Rentner ist. Er, der Älteste in der Runde, wählt das Essen aus: Teigtaschen, gegrilltes Lammfleisch, Reis mit Rosinen. Aus dem Radio dudelt persische Musik, an der Wand hängt eine bunte Landkarte von Afghanistan. 34 Provinzen, mehr als 30 Ethnien – und ein Krieg, der sich aus unzähligen Konflikten speist und nun schon mehr als 40 Jahre währt.

https://www.zeit.de/2021/35/deutsch-afghanen-machtuebernahme-taliban-afghanistan


WIENER ZEITUNG: Der Dschihad schläft nicht

Die Taliban sind nicht die einzigen Islamisten, die ihre Agenda mit Gewalt durchsetzen wollen. Der schnelle Fall von Kabul bedeutet für Dschihadisten den größten Sieg des Jahrzehnts. Bereits im Mai prognostizierte der Nahost-Experte Guido Steinberg einen Wiederaufstieg der Terroristen in Afghanistan: Das könnte Signalwirkung für Dschihadisten weltweit haben, meinte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Siegeszug der Taliban mache aus Afghanistan ein Mekka für Extremislamisten und aus den Taliban das neue Gesicht des Islamismus. Deren zielorientierte Vorgehensweise wird zweifelsohne anderen radikalen Bewegungen als Vorbild dienen.

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/2116999-Der-Dschihad-schlaeft-nicht.html

 

FAZ: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Islamunterricht

Die AfD will die Einführung von Islamunterricht an bayerischen Schulen verhindern. Der bayerische Verfassungsgerichtshof lehnte einen Eilantrag dagegen jetzt ab. Ein Urteil in der Sache selbst steht aber noch aus. Der Islamunterricht kann in Bayern wie geplant zum neuen Schuljahr als Wahlpflichtfach eingeführt werden. Der bayerische Verfassungsgerichtshof in München hält das Fach „Islamischer Unterricht" nach einem am Freitag verkündeten Beschluss für verfassungsrechtlich zulässig. Die Richter wiesen damit einen Eilantrag der AfD-Fraktion im bayerischen Landtag gegen die vom Parlament beschlossene Gesetzesänderung ab.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-scheitert-in-bayern-mit-eilantrag-gegen-islamunterricht-17504501.html

 

FAZ: Wo genau beginnt der Fundamentalismus?

Das neue Buch von Susanne Schröter, eine „Reise durch das islamische Multiversum", versteht sich als Einspruch gegen die Verkürzung des Islams auf „Fundamentalisten und Radikale". Die Autorin stellt einen anderen Islam vor oder besser: die verschiedenen Islame, die über Jahrhunderte auf unterschiedlichen kulturellen Nährböden gewachsen sind oder in jüngster Zeit erst neu entstehen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/susanne-schroeters-buch-allahs-karawane-17488022.html

 

DW: 20 Jahre nach 9/11: Militante Islamisten in Deutschland

Zum 20. Jahrestag von 9/11 weht wieder die Flagge der Taliban über Kabul. Ein BKA-Experte befürchtet, Afghanistan könne erneut zum Tummelplatz für Dschihadisten werden - auch aus Deutschland. Sven Kurenbach kann sich noch genau erinnern. An den Tag, als die Bilder der zusammenstürzenden Zwillingstürme des World Trade Centers in New York über die Bildschirme der Welt flimmerten, an die Schweigeminute bei der Berliner Polizei, zu der alle spontan zusammenkamen. Als islamistische Terroristen am 11. September 2001 Passagierflugzeuge zu Waffen machten und fast 3000 Menschen töteten, war Kurenbach noch Inspektionsleiter bei den Spezialeinheiten der Berliner Polizei. Heute ist er Deutschlands oberster Dschihadistenfahnder.

https://www.dw.com/de/20-jahre-nach-9-11-militante-islamisten-in-deutschland/a-59018509